Sollten wir nahezu umsonst arbeiten?
Gestern hatte ich ein Informationsgespräch bei ein Unternehmen wo es um die Frage ging ob ich denen nicht behilflich sein könnte mit den Aufbau von eine eigene bis zu 20 Mitarbeiter umfassende Stab an Promotor die Deutschlandweit bei verschiedene Messen und Events deren Produkte und Dienstleistungen vorstellen und wenn möglich an den Mann/Frau bringen sollen.
Diese Kontakt ist über XING entstanden wo ich ein eigene Account habe. In diesen konnten die erkennen das ich durchaus über ein langjährige Erfahrung im Bereich Vertrieb so wohl im B2B wie auch im B2C Bereich verfüge.
Als ich bei diesen Unternehmen ankam, wurde ich sehr freundlich empfangen. Im Laufe von einen 2 stündigen Gespräch wurde übers Unternehmen, deren Produkte und vor allen über mein künftige Arbeitsfeld gesprochen. Anscheinend waren die durchaus zufrieden mit meine Kenntnisse in diesen Bereich und trauten mir wohl den Aufbau und Betreuung von so ein Promotion Team auch zu.
Kurz gesagt eine prima Stimmung war vorhanden und ich wäre auch bereit zumindest ein paar Probe Tage bei denen zu absolvieren. Auch hier war ein Bereitschaft vorhanden, so das ein Arbeitsbeginn wohl wirklich nichts im Wege stand.
Nur eine Frage war zu klären, nämlich die Entlohnung. Diese ist ja auch wichtig da keiner was zu verschenken hat und ich mir schon im Vorfeld ein paar Gedanken gemacht haben welche Entlohnung ich erwarten wollte für diese Tätigkeit.
Bevor ich antwortet fragte ich denen welche Summe die so gedacht hätten für diese doch anspruchsvolle Tätigkeit?
Wichtig wäre zu sagen das diese Tätigkeit sicherlich weitaus mehr Einsatz verlangen würde wie eine normale 40 Stunden Arbeitswoche, zumindest in die Startphase. Auch die Tatsache das es wohl auch auf meine Fähigkeiten ankommt ein einmal festgelegte Umsatz gemeinsam mit ein Team zu erreichen zeichnet diese Tätigkeit aus.
Zwar wusste ich schon das deren erste Angebot sicherlich nicht das letzte Wort wäre, also erwartet ich mit ein gewisse Maas an Spannung deren Angebot.
Um es kurz zu machen, diese Gespräch war bald beendet. Nur alleine weil deren Angebot wirklich unter alle Sau war.
Wie deren Angebot nun aussah?
Nun von ein Bruttolohn von 2500 Euro würde gesprochen dazu noch ein paar Kleinigkeiten dazu die aber nicht die Rede wert waren. Noch nicht einmal ein Firmenwagen für die notwendige Fahrten wäre drin gewesen.
Ich schwieg zuerst und dann würde ich nach meine Vorstellungen gefragt. Hier antwortet ich trocken “Ein Fixum von mindestens 2000 Euro plus eine anteilige Provision am gesamten Umsatz vom Team. Hinzu noch ein Firmenwagen“.
Ihr könnt euch sicherlich schon vorstellen was dann kam. Die redeten das ich wohl utopische Forderungen hätte und mehr wie maximal 3000 Euro im Monat wäre nicht möglich.
Jetzt Frage ich Euch.
Hätte ich wohl nahezu umsonst arbeiten sollten?
Waren meine Forderungen gerecht?
Oder habe ich zu hoch gepokert?
Oder suchten die nur eine Deppen die, die ausnutzen konnten?
Es scheint sich eine Unsitte eingebürgert zu haben, nämlich das Unternehmen durchaus neue Mitarbeiter suchen die über ein hohe Maas an Kompetenz verfügen sollen und gleichzeitig unterbezahlt arbeiten sollen.
Update Vorhin bekam ich ein Anruf von denen. Hier würde nochmals nachgefragt ob ich es mir nicht überlegt hätte bei denen anzufangen. Vielleicht wären die auch bereit noch 200 Euro aufzustocken




Februar 3rd, 2010 at 11:38
Nun, ich denke diese Haltung vieler Unternehmen liegt (zumindest teilweise) an der derzeitigen Arbeitslage … viele gut qualifizerte Fachkräfte sind “gezwungen” zu nehmen was sie bekommen… (meine Theorie) …
Deine Forderungen finde ich generell in Ordnung … eine erfolgsbasierte “Provision” ist ein wichtiger Motivationsfaktor und davon profitiert letztendlich auch das Unternehmen selbst …
den eigenen Firmenwagen als Voraussetzung sehe ich als “Luxus” und nicht unbedingt notwendig, denn du besitzt sicher selbst ein Fahrzeug und die Kosten für “firmeninterne” Fahrten kann das Unternehmen auch übernehmen und geltend machen (Fahrtenbuch)…
Ein Angebot annehmen sollte man natürlich nur wenn man damit auch zufrieden ist … in diesem Falle denke ich hast du die richtige Entscheidung getroffen. Meine Meinung.
Februar 3rd, 2010 at 13:02
@Mario,
Sicherlich ein Firmenwagen ist keine K.O Faktor bei der Jobsuche. Ich dachte halt wenn die vielleicht so geizig sind mit den Gehalt das hier vielleicht eine Möglichkeit gibt.
Ich kenne Leute die in ähnliche Führunsgpositionen sind und gleich Branche. Die bekommen mit erfolgabhängige Provisionen um die 5000 Euro im Monat. Zwar will ich nicht sagen das ich nicht darunter arbeiten würde, aber …..
Februar 3rd, 2010 at 20:48
Du hast absolut richtig gehandelt, denn dieses Angebot ist wirklich unter aller Sau. Denen wäre es wohl am liebsten gewesen Du hättest ihnen noch was dafür bezahlt, damit Du bei Ihnen arbeiten darfst
So ein Job bleibt einem nicht lange, denn in solchen Firmen gibt es entweder eine große Fluktuation – wer will schon zu solch schlechten Konditionen lang arbeiten – oder aber sie sind dann sowieso bald insolvent.
Februar 3rd, 2010 at 20:53
Ja du hast durchaus recht, heute wollen die Firmen nichts mehr bezahlen, es geht garnicht darum das sie es nicht könnten, sie wollen einfach nicht um mehr Profit zu machen.
Und es liegt auch daran das wirklich viele auch qualifizierte Fachleute unter Druck stehen, auch von Staat aus (Hartz4 lässt grüssen) , dann kommt noch das Thema Alter mit ins Spiel, gerade in solchen Berufen wie Bau etc, dort sollst du voll einsatzfähig sein, nach Möglichkeit Berufserfahrungen von 30 Jahren und mehr haben aber max 25 Jahre alt sein:)