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Scheitern als dauerhaften Makel?

Wenn jemand den Mut hat was neues zu beginnen z.B den erstenmal als Selbständige tätig zu sein, dann kommt zumindest eine gewisse Respekt bei vielen auf für den Mut der dahinter steht diesen Schritt zu wagen. Nur egal wie gut so eine Selbständigkeit auch geplant sein mag und wie hoch die eigene Fachkenntnisse auch sein mag, es besteht immer die latente Gefahr des Scheitern. Gut die Hälfte der neu begonnene selbständige Tätigkeiten erleben nicht ihren 3 Geburtstag. Diese Zahl ist Fakt und ist vollkommen unabhängig davon in welche Gesamtwirtschaftliche Lage begonnen wird.

Unter diesen gute 50% die recht schnell scheitern sind zwar viele die entweder ohne Planung, mit mangelhafte Planung oder Aufgrund von persönliche Defizite meist schon eh ein schweren Stand haben. Das deren Projekte wohl irgendwie scheitern war schon bei Beginn an fast klar.

Auch auch wenn alles passt gibt es durchaus eine Anzahl an Selbständige die recht schnell wegen fehlende Erfolg wieder aufgegeben werden. Und gerade hier besteht ein Problem bei unsere Gesellschaft.

Wer in Deutschland mal mit den ernsthaften Versuch eine eigene selbständige Existenz aufzubauen gescheitert ist, der lebt mit diese Makel wohl sein restlichen Leben lang. Egal ob es unter Freunde und Bekannte sind, viele werden es zumindest halb offnen zeigen das man hier wohl zu den Versagern gehört.

Ähnlich sieht es auch bei den Banken aus. Wer einmal in Deutschland mit irgendein Geschäft “über die Wupper gegangen ist” der ist eigentlich für sein restlichen Leben gezeichnet. Egal ob es um eine evtl Neustart in ein neuen Geschäftsfeld geht oder ob man als Angestellte vielleicht mal irgendwann ein Kredit will, die Chancen als einmal gescheitert sind meist gering.

Komisch ist nur die Tatsache das diese Sichtweise wohl nur in Deutschland so verbreitet ist. In andere Länder werden solche Leute zwar auch nicht in die Himmel gelobt aber zumindest für ihren Mut diese Herausforderung auch mal angenommen zu haben akzeptiert.

Na ja, ganz wundert es mir nicht das viele Deutsche so eine Denkweise an den Tag haben. In praktisch kein anderen Land gibt es auch so viel Neid wenn jemand es man wirklich geschafft hat und durch eigene Arbeit ein wirklich guten Einkommen erzielt hat. In anderen Länder wird es jedem gegönnt der es zu was gebracht hat, auch bei Leuten die viel weniger verdienen als der Durchschnitt.

Gestützt ist diese Beobachtung vor allen auf folgenden Tatsache. In keine anderen Land wird ein so große Geheimnis über den erzielten Gehalt gemacht wie in Deutschland. Eher geben die Leute alle andere persönliche Daten Preis als das die wirklich sagen was die verdienen.

In die USA wissen viele was ihre Nachbar so verdient. Vielleicht nicht auf den letzten Dollar aber ungefähr. Wer wirklich gut verdient dem wird dies auch von den meisten gegönnt. Vielleicht stützt sich diese Denkweise auch darauf das in diese Länder nicht alleine die einmal erworbene Schulabschlüsse alleine zählen, sondern die Fähigkeiten die jemand sich im Laufe der Jahren auch angeeignet hat. Es gibt viele Quereinsteiger die vielleicht nicht den klassischen Weg über Abi, Studium & Co gegangen sind, aber mit ihre erworbene Fähigkeiten durchaus gleichwertig in Bezug auf fachlichen Komptenz gelten können.

In Deutschland sieht die Sache meist anderes aus. Hier gönnen nur weniger die andere wirklich was.

Wie ist eure Meinung dazu?

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One Response to “Scheitern als dauerhaften Makel?”

  1. 1
    waelti:

    Hallo Peter,
    Scheitern kann letztendlich bei denkenden Menschen nicht als andauernder Fehler / Makel gelten.
    Wenn ich irgend etwas tue, das nicht funktioniert, bin ich ‘gescheitert’. Wenn ich dann DAS GLEICHE wieder mache, und eine Änderung erwarte… Dann wäre das schon ein andauernder Fehler.

    Vermutlich sollte man schon prüfen – warum hat etwas nicht Funktioniert? Was mus ich ändern?
    Das nennt man – glaube ich – lernen.

    Üblich ist (nichtnur bei uns): Wir machen MEHR von dem, das nicht funktioniert hat.

    Neid ist vielleicht in Deutschland stärker verbreitet als anderswo. Kann ich nicht wirklich beurteilen. Interessant ist für mich – viele Diskussionen / Mitschnitte amerikanischer Radiosender etc. anzuhören, gehört mit zu meinen Hobby’s.

    Da gibt es dann nicht nur den Kindergarten, das ‘Weltenschauen’, deutsche Gründlichkeit, den Begriff ‘Mensch’ oder – zum Thema freies Denken – das Lied ‘Die Gedanken sind frei’. Hat mich vieles erstaunt.

    Was der Nachbar ‘verdient’ weiss man in Deutschland auch ungefähr. Das sieht man an der grösse vom’ Haus und dem Auto. Wenn auch manches davon nicht wirklich verdient ist, sondern auf Pump. Gibt’s in Amerika aber auch ;)

    Ich für meinen Teil kann nur sagen:

    * Ich versuche den gleichen Fehler möglichst nicht 2mal zu machen. Das ist schwer genug, klappt auch nicht immer.
    * Zufriedenheit bedeutet für mich nicht – Vergleich mit dem, was andere haben oder tun.

    Darüber reden auch viele. Behaupten dass sie es auch so machen. Beim genauen Zuhören ergibt sich aber oft ein anderes Bild.

    Planung ist für mich sehr wichtig. Als Beispiel – ab der 5. Woche 100 Besucher pro Tag. Das muss dann nicht eintreten. (Vielleicht werden es 150ig :) ). Nur – wenn ich keinen Plan habe, kann ich auch keine Abweichung feststellen. Ziel und Plan sind für mich im weitesten Sinne sehr ähnliche Dinge.

    Also: Ich mache das, was ich für Richtig halte. Und beinahe täglich muss ich mir eingestehen – entweder war das nicht Richtig, was ich ursprünglich als Richtig erachtet habe. Oder das was ich tue führt nicht zu diesem ‘Richtigen’ Ergebnis.

    Meine Schlussfolgerung wäre: Manchmal mangelt es am Lernen. Lernen bedeutet für Viele zugeben zu müssen, dass sie etwas noch nicht gewusst haben. Und dies darf – für viele – ganz einfach nicht sein…

    LG

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